Verkehrslandeplatz Brandensteinsebene Coburg – ein Veteran unter den deutschen Flugplätzen

Der Verkehrslandeplatz Coburg zählt zu den ältesten Flugplätzen in Deutschland. In Sichtweite der Veste Coburg fand auf der Brandensteinsebene der erste Flug am 19. Juni 1912 statt. Bereits ein Jahr später wurde die erste Flugzeughalle gebaut. Im Ersten Weltkrieg (1914 bis 1918) nutzte das Militär die Brandensteinsebene. Sie diente der Fliegerersatzabteilung 3 als Ausweichplatz für den 80 Kilometer Luftlinie entfernten Flugplatz in Gotha. Die Flugzeughalle aus dem Jahr 1913 wurde auf Befehl der Siegermächte nach dem Ende des Ersten Weltkrieges 1921 abgebaut. Im Zweiten Weltkrieg (1939 bis 1945) spielte der Coburger Flugplatz keine strategische Rolle.

1920 gründete sich die Ortsgruppe Coburg im Verein „Ring der Flieger“. 1923 rief Hans Harry Leh den Oberfränkischen Verein für Luftfahrt ins Leben, und im gleichen Jahr konnte eine neue Flugzeughalle während der Coburger Flugtage eingeweiht werden. Seit dem Sommer 1928 starten und landen auch Segelflugzeuge in Coburg. Die 1923 errichtete Flugzeughalle wurde 1944 bei einen Bombenangriff zerstört.

Am 30. August 1950 schlug die Geburtsstunde des Aero Club Coburg e. V.. Bis heute besteht der Verein auf der Brandensteinsebene. Am 22. und 23. Oktober 1950 starteten die ersten Segelflugzeuge nach dem Zweiten Weltkrieg mit einer Sondergenehmigung der Amerikaner von der Brandensteinsebene. Die Siegermächte erlaubten die Segelfliegerei in Deutschland erst am 19. Juni 1951 wieder. Die Reisefluggesellschaft Then-Air nutzte den Verkehrslandeplatz 1957 erstmals kommerziell. Heute prägen der Aero Club, die Geschäfts-Flugzeuge der Coburger Industrie und Gäste aus dem In- und Ausland den Flugbetrieb auf der Brandensteinsebene.

Ausbau und Modernisierung

1961 begann ein großer Umbau des Flugplatzes. Am 26. Juli rückten Luftwaffenpioniere aus Fürstenfeldbruck an machten aus der Brandensteinsebene in nur zwölf Wochen einen „vollflugsicheren Start- und Landeplatz“ mit einer 625 Meter langen Piste. Im Herbst 1964 war der komplette Umbau fertig und der neue Flugplatz mit Tower wurde am 3. Oktober feierlich eingeweiht. Die Start- und Landebahn erfuhr Anfang der 1970er-Jahre eine Verlängerung um 80 Meter auf dann 705 Meter. Am 15. Juli 1973 konnte auf der längeren Bahn die ersten Flugzeuge starten und landen.

Die bislang umfangreichste Veränderung war 1989 abgeschlossen. Die Landebahn wurde auf 860 Metern zuzüglich zweier Sicherheitsstreifen von je 30 Metern an beiden Enden ausgebaut. Damit war eine Gesamtlänge von 920 Metern erreicht. Eine Nachtflugbefeuerung und ein neuer Tower mit Betriebsgebäuden kamen hinzu.

Bei den jüngsten Erweiterungen auf der Brandensteinsebene ist vor allem der seit 2001 bestehende Instrumentenflugbetrieb zu nennen. Damit wurde besonders der Geschäftsfliegerei ermöglicht, bei nahezu jedem Wetter Coburg anzufliegen und den Flugbetrieb planbar durchzuführen. Ein Parallelrollweg zur Start- und Landebahn ersetzt seit 2003 den bis dahin vorhanden Grasrollweg von und zur Piste 30. Nun können die Flugzeuge von den Abstellflächen zu beiden Pistenenden und umgekehrt rollen.

2012 wurde eine verkürzte, 150 Meter lange Anflugbefeuerung in Betrieb genommen, sowie eine Runway End Safety Area (RESA) eingerichtet. Beides gab die Genehmigungsbehörde vor. Durch die topographische Lage der Brandensteinsebene auf einem Bergrücken konnte dies nur durch eine Verkürzung der Landebahn von 860 Meter auf 632 Meter bewerkstelligt werden. Der bislang letzte Ausbau war die Installation einer 150 Meter längeren Anflugbefeuerung auf Masten vor der Piste 30. Diese wurde am 1. Januar 2020 in Betrieb genommen. In den kommenden Jahren werden die Tankstelle erneuert und die Landebahn erhält ein neuen Belag.

Platzhalter- und Betreiberschaft

1964 ging die Platzhalterschaft erstmalig von der Stadt an den Aero Club Coburg über. 1988 übernahm wieder die Stadt, um zwölf Jahre später wieder den Aero Club zunächst mit der Betreiber- und zum 1. Januar 2001 auch mit der Platzhalterschaft zu betrauen. Seit dem ersten Flug im Jahr 1912 ist der Verkehrslandeplatz Brandensteinsebene im Eigentum der Stadt Coburg, die Fachaufsicht führt das Luftamt Nordbayern. Seit dem 1. April 2020 betreiben die Städtischen Überlandwerke Coburg in einer eigens gegründeten Gesellschaft, der SÜC Verkehrslandeplatz GmbH, den Flugplatz.

Luftfahrtveranstaltungen

Seit jeher sind Flugtage in Coburg ein Erfolg. 1923 fand die erste Veranstaltung dieser Art statt. Viele Motor- und Segelflugmeisterschaften wurden am Himmel über der Brandensteinsebene ausgetragen. Dabei herrschte, wie auch bei den regelmäßigen Flugtagen, immer ein starker Zuschauerandrang. Bei den 18. Deutschen Meisterschaften für Motorkunstflug 1966 fanden rund 20.000 Zuschauer den Weg auf die Brandensteinsebene. Die Airshows ziehen heute bis zu 10.000 Menschen an .

 
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